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- Unser ebook zum Thema:
„Raus
aus dem Labyrinth“ von Petra Fuelbert (Herausgeber).
Mit Beiträgen von Frau Maria, Herrn ERemit, Herrn Sekwi, Pastor
D. Camillo.
Grafiken und Bilder bymahlemiuts.com, P. Fuelbert
Erschienen als
ebook im Eigenverlag in der zweiten Auflage 2009. Kostenlos zum
Download für alle Mitglieder unserer Community.
Mehr
dazu finden Sie hier.
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Kodependente
sind Menschen, die auch "Dienende” genannt werden.
Im weitesten Sinne kann man Kodependenz ("Mit-Abhängigkeit")
als eine Sucht nach Menschen, Verhaltensweisen oder Dingen beschreiben.
Einfach ausgedrückt Kodependente sind “Abhängige
von Abhängigen” oder “Abhängige von Abhängigkeiten”.
Kodependenz ist der hoffnunglose Versuch, die eigenen inneren Gefühle
unter Kontrolle zu bekommen, indem man Menschen, Dinge und Ereignisse
in seiner Umgebung kontrolliert.
Für einen kodependenten Menschen ist Kontrolle oder fehlende
Kontrolle der zentrale Aspekt in jedem Lebensbereich.
Ein Kodependenter kann süchtig nach einem anderen Menschen
sein. Bei einer solchen zwischenmenschlichen Kodependenz ist der
Kodependente so in die andere Person verstrickt, dass das Bewusstsein
des Selbst, die eigene Identität, erheblich eingeschränkt
und von der Identität und den Problemen dieser anderen Person
verdrängt wird.
Häufiges Beispiel: Erwachsene Kinder aus Alkoholikerfamilien
können beispielsweise eine Obsession entwickeln für Perfektionismus,
übermässige Strenge mit sich selbst, Arbeitswut und Rigorosität
in ihrer Gedankenführung.
Kodependente können sich verhalten wie "die Ehefrau/der
Ehemann eines kodendenten Menschen", der/die den Süchtigen
beschützt und sich Ausreden ausdenkt, um für sein fragwürdiges
Benehmen eine Entschuldigung zu liefern.
Darüber hinaus können sich Kodependente wie ausser Kontrolle
geratene Staubsauger verhalten und nicht nur andere Menschen, sondern
auch chemische Substanzen (meistens Alkohol oder Drogen), Aktivitäten
oder Dinge an sich ziehen - Geld, Essen, Sexualität oder Arbeit.
Sie bemühen sich unablässig, das riesige emotionale Vakuum
in ihrem Inneren zu füllen. Manche beschreiben es so:
"Man läuft herum und fühlt sich wie das Loch in der
Mitte eines Schmalzkringels. Irgend etwas fehlt mir."
Die Substanzen eines Kodependenten:
Alkohol, Drogen, Nahrungsmittel, Arbeit, Sex, Geld, Glücksspiel,
Beziehungen. Kodependente versuchen, den Süchtigen vor den
Folgen seiner Sucht zu bewahren.
Kodependente haben im allgemeinen ein geringes Selbstwertgefühl.
Selbst bereits erwachsene Kinder aus Alkoholikerfamilien sind häufig
kodependent, obwohl sie die Autoritätsperson, der sie zu gefallen
versuchen, möglicherweise ablehnen.
Solche Kinder aus alkoholkranken bzw. suchtkranken Familien werden
auch als „vergessene Kinder“ bezeichnet. Vergessen sind
sie vor allem deswegen, weil ihre Eltern mit ihrer Aufmerksamkeit
mehr oder weniger vollständig um die Sucht kreisen. Der/die
Süchtige richtet alle Aufmerksamkeit auf das Suchtmittel.
Denn der nichtsüchtige Elternteil richtet alle Aufmerksamkeit
auf den/die Süchtige/n. Auch professionelle Helfer (Suchthilfe,
Sozialarbeiter etc.) konzentrieren sich meistens auf den süchtigen
Elternteil, haben aber oft keinen Blick für die Not der vergessenen
Kinder. In alkoholkranken Familien bleibt für die Kinder kaum
Raum für Zuwendung.
Damit sie im Suchtsystem überleben können, nehmen die
vergessenen Kinder Rollenmuster an. Daraus entwickelt sich bis zum
eigenen Tod hin ein Leben das angeglichen ist, nur um zu gefallen,
nicht aufzufallen, es allen Recht zumachen und das meist begleitet
von tiefsten Schuldgefühlen.
In Suchtfamlien herrscht oft ein Mangel an Kommunikation. Hinzu
kommt oft ein stringentes System unausgesprochener Familienregeln.
Eine unausgesprochene Regel kann z. B. lauten, dass niemand Vaters
Spielsucht zur Sprache bringen darf, selbst wenn jedes Familienmitglied
unter den negativen finanziellen Auswirkungen dieser Sucht zu leiden
hat. Gebunden durch Scham und Furcht, ermöglichen es die Familienmitglieder
es somit dem Vater, seiner Spielsucht weiter nachzugehen.
Kodependenz liegt vor, wenn sich die Familienmitglieder auf die
Seite eines Abhängigen schlagen und es ihm gestatten, seiner
Sucht weiter nachzugehen, oder ihm sogar dabei helfen.
Ein co-abhängiges Verhalten zeigen z. B.
Arbeitskolllegen oder Vorgesetzte,
Eltern,
Geschwister,
Freunde,
und die eigenen Kinder wenn sie
- die Verantwortung von Abhängigen übernehmen, z.B. Entscheidungen
für den Süchtigen treffen,
- das Verhalten des Abhängigen entschuldigen, z. B. bei der
Arbeit anrufen um sein Fehlen zu entschuldigen,
- das Verhalten des Abhängigen gegenüber anderen Personen
rechtfertigen, z. B. “er oder sie hat ja so viele Sorgen”,
- das Suchverhalten des Abhängigen kontrollieren,
usw...
Ein Kodependenter “rutscht” so in die Verhaltensweise
des Abhängigen mit hinein ohne dabei selbst die Sucht des Abhängigen
zu teilen. Daraus entwickelt sich die “Abhängigkeit vom
Abhängigen”. Der Kodependente wird so "indirekt"
ein gefährlicher "Partner" des Abhängigen.
Das Forum Co-Kid-Kodependenz ist eine Plattform des Austausches
von kodependenten Menschen.
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